Hallo Panorama-Einsteiger(innen),

Dies ist ein Versuch anhand gleicher Ausgangsbilder die Ergebnisse verschiedener Panoramaprogramme vorstellen. Die Ausgangsbilder von Thomas Pöhler können als Zip-Datei für eigene Experimente hier heruntergeladen werden. Die Bilder wurden geringfügig verkleinert und etwas komprimiert.

Die Ausgangsbilder sind in der Art, wie man sie mal eben so im Vorbeigehen macht.

Alle Ergebnisbilder wurden ohne Nachbearbeitung und ohne Verwendung irgendwelcher versteckten Parameter in der maximal möglichen Größe gestitcht; also so wie ein Anfänger an die Sache herangehen würde. Anschließend wurden alle Bilder auf eine breite von 700 Pixel herunterscaliert.

Zu beachten ist ferner, daß die ersten Tests Mitte 2005 gemacht wurden. (Sonst siehe "überarbeitet" unten)
In der Zwischenzeit haben sich viele der von mir getesteten Programme erheblich weiterentwickelt oder sogar komplett runderneuert. Aus diesem Grund, und weil ich nicht zu allen Programmen immer die neuesten Lizenzen habe, sind die Ergnisse nur zum Teil verbindlich weil die lizensierten Vollversionen eventuell noch bessere Ergebnisse liefern können.

Panorama-Programm-Vergleich

 

Bild 1  Canon-Photostich

Das Programm wird zu Canon Kameras mitgeliefert. Es beherrscht verschiedene Möglichkeiten, auch mehrreihige Panoramen (Matrix), auch 360° Panoramen, und arbeitet dabei sehr schnell. Auch der Belichtungsausgleich zwischen den Bildern ist erstaunlich gut. Das war’s dann aber auch schon. Bei genauer Betrachtung wird man sehr schnell feststellen, daß das Programm die wichtigen Dinge nicht gut kann. Es ist allenfalls dazu geeignet, sich einen schnellen Überblick zu verschaffen ob die gemachten Aufnahmen sich überhaupt zu einem Panorama zusammenfügen lassen. Jedenfalls benutze ich das Programm unter diesem Aspekt. Ein gutes Ergebnis konnte ich noch nie erzielen.

Bild 2  Autostitch

Bei diesem Programm geht es leider nicht ganz ohne Voreinstellungen. Wo und was einzustellen ist steht in der Readme-Datei. Der Menüpunkt „Edit“ führt in das Dialogfeld zum Einstellen der Parameter. Mit OK schließt das Dialogfeld. Unter dem Menüpunkt „File“ gelangt man in einen Dateimanager wo die entsprechenden Bilder ausgewählt werden müssen. Danach geht es ganz schnell. Solange ein Panorama 2D ist erkennt das Programm selbstständig ob es sich um ein einreihiges oder mehrreihiges Panorama handelt. Das Stitchergebnis ist in der Regel gut, aber es kann auch zu nicht erwünschten Überraschungen kommen. Dann muß man versuchen, an den Parametern zu schrauben, in der Hoffnung, ein besseres Resultat zu bekommen. Auch die Belichtungsübergänge werden gut bewältigt. Einzige Schwäche sind gelegentlich Geisterbilder, wie auch hier zu sehen. Im Programm selbst gibt es da keine Abhilfe. Bleibt nur eine EBV z. B. mit FixFoto oder auch PhotoShop. Für eine Demoversion eine beachtliche Leistung und daher nach meiner Meinung empfehlenswert.

Bild 3  PanoramaFactory

 

PanoramaFactory beherrscht nur 2D, einreihig. Dafür aber auch 360° Panoramen, die man sowohl als normales Bild aber auch als „mov“ für den QuickTime-Player generieren lassen kann. Auf Wunsch werden sogar angepaßte Webseiten mit dem fertigen Panorama erstellt. Wenn man diesem Programm Ausgangsbilder anbietet, die z. B. mit Stativ aufgenommen wurden, gleichmäßige Überlappungsbereiche aufweisen und das vielleicht sogar von einer im Nodalpunkt justierten Kamera, dann liefert PanoramaFactory hervorragende Ergebnisse. Aber mit Ausgangsbildern wie sie hier vorliegen, scheint das Programm überfordert zu sein. Eigentlich stimmt wenig und zudem gibt es Geisterbilder.

Mein Fazit zu PanoramaFactory: kein Programm für Anfänger oder nur mal so nebenbei. Wer sich aber in die Materie einarbeiten will und die nötigen Voraussetzungen schaffen will und kann ist mit diesem Programm gut bedient.

Bild 4 PanoramaStudo

PanoramaStudio hat in letzter Zeit mächtig zugelegt und gilt bei vielen Einsteigern als Geheimtip. Oft ist es nicht nötig, mögliche Parameter einzustellen, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erreichen. Korrektes Zusammenfügen der Ausgangsbilder ohne sichtbare Übergänge sind selbstverständlich. Geisterbilder sind eher selten.
Einziger Schwachpunkt ist die Beschränkung, nur einreihige Panoramen herstellen zu können. Ansonsten, eine uneingeschränkte Empfehlung.

Bild 5 Autopano Pro

 

Autopano Pro liefert mit einem Mausklick sehr gute Stitchergebnisse und gilt in Panoramakreisen als Geheimtip, ja wenn es denn auch mit Fisheye-Objektiven zusammenarbeiten würde. Das ist für die nächste Version versprochen. Dann wird man sehen, wie sich das Programm gegen die Marktführer behaupten kann. Das Programm durchsucht ein angegebenes Verzeichnis nach Bildern, die sich zu einem Panorama zusammensetzen lassen. Das können unbegrenzt viele sein. Ein praktisches Feature. Ein- und mehrreihige Panoramen werden automatisch erkannt. Wenn auch manchmal Geisterbilder zusehen sind ist das Programm gut, der Preis aber nicht so sehr.

Bild 6  PTGui


Ganz eindeutig nicht für Anfänger sondern für interessierte Panoramafotografen gedacht ist dieses Programm. In der Pro-version kann das Programm sehr viel mehr und bringt erst dann die richtigen Schmankerl für Panoramafotografen mit (Es lohnt sich). Aber hat man sich eingearbeitet und die Funktionen der Einzelkomponenten verstanden dann ist der Umgang damit ebenso leicht und unkompliziert wie mit den oben beschriebenen Konkurrenten. Oft reicht die Auswahl der Bilder und ein weiterer Mausklick, zu sehr guten Ergebnissen zu kommen.

Sinnfällig strukturiert erschließen sich mit diesem Programm die Zusammenhänge von Überlappungsbereichen und Kontrollpunkten. Diese Kontrollpunkte sind der Schlüssel zu einem guten Panorama und können in PTGui automatisch gesetzt werden. Dies wird entweder vom programmeigenen Kontrollpunktgenerator oder auch von Zusatzprogrammen erledigt. Setzt man zusätzlich noch ein paar senkrechte Punkte von Hand, so ist das Ergebnis beinahe schon perfekt.

Geisterbilder gibt es nur dann wenn sich wirklich viele Menschen während der Aufnahme im Bild bewegen. Aber in der Regel ist man davor nahezu sicher. Übrigens ist das ein Grund, warum Panoramafotografen Fisheyeobjektive verwenden. Die sind in der Regel schlechter als Normalobjektive, aber durch den sehr großen Bildwinkel benötigt man sehr viel weniger Einzelbilder für ein Panorama und hat dadurch auch weniger Störeinflüsse.

Die Belichtungsübergänge zwischen den Bilder kann PTGui nun mit eigenem Blender fast perfekt beseitigen. Aber es können auch Zusatz-Tools wie Enblend, Smartblend und neuerdings auch enfuse zur Hilfe genommen werden. Mehrfachbelichtungen (Braketing) lassen sich problemlos verarbeiten und zu erstaunlichen Ergebnissen führen.

Zum Schluß ein Ratschlag zur Größe von Panoramen. Die maximal mögliche Größe der Bilder läßt sich vom Programm per Mausklick ermitteln. Das kann sehr lange Rechenzeit erfordern. Deshalb mein Ratschlag: Erst mal kleiner Größe beginnen, z. B. einer Breite von 3000 Pixeln. Damit läßt sich Qualität eigentlich schon gut beurteilen, ob es sich dann lohnt, ein maximales Panorama rechnen zu lassen.

PTGui gibt es nicht kostenlos. Trotzdem ist dieses Programm mein Favorit und verdient eine uneingeschränkte Empfehlung.

Bild 7  Hugin, Autopano und Enblend

 

Bei Hugin gilt alles gleich wie zuvor erklärt. Das Programm befindet sich fast auf Augenhöhe mit PTGui. Der Unterschied besteht in der Bedienung im Programm selbst, die oft nicht so sinnfällig ist oder zu sein scheint. Auch hier führt die Auswahl der Bilder sowie ein weiterer Mausklick oft schon zu verblüffend guten Ergebnissen. Das Programm arbeitet auch unter Linux, für das es zu Beginn auch konzipiert wurde, und Mac. Erfreulicherweise ist das Programm Freeware. Schon deshalb, aber auch der Qualität wegen, eine Empfehlung.

Apropos Empfehlung, das ist nicht einfach, weil Ansprüche an das Ergebnis unterschiedlich sind und die Mühe der Einarbeitung nicht jeder auf sich nehmen will. Vielleicht sind die hier gezeigten Ergebnisbilder eine Hilfe zur Entscheidung für das richtige Panoramaprogramm. Ich selbst benutze die PanoTools mit PTGui, weil das Programm alles kann und nach Einarbeitung leicht zu bedienen ist.

Fritz Seyffert  im Juni 2005
überarbeitet im März 2008