Nodalpunktadapter, muss das sein?

Fotografiert man nur entfernte Landschaften oder auch Gebäude muß man sich um den Nodalpunkt relativ wenig Gedanken machen.

Anders sieht es aus, wenn sowohl entfernte als auch nahe liegende Objekte im Bild erscheinen. Weil Panorabilder aus mehreren Einzelbildern zusammengesetzt sind und für jedes Einzelbild die Kamera um einen bestimmten Winkel gedreht werden muß entstehen in solchen Fällen perspektivische Verzerrungen. Diese können in der Regel auch nicht durch noch so gute Stitch-Programme beseitigt werden.

Damit diese unschönen Effekte erst gar nicht auftreten sollte sich die Kamera um einen Punkt, den Nodalpunkt drehen. Leicht gesagt, aber nicht leicht zu bewerkstelligen. Zwar gelingen auch Freihandaufnahmen mit viel Erfahrung aber die Ersparnis beim Tragen eines Stativs muß hinterher beim Zusammensetzen der Einzelaufnahmen doppelt und dreifach an Zeit investiert werden.

Aus diesem Grund wurden dann Nodalpunktadapter entwickelt, die einzig den Zweck haben, die Kamera um eben diesen Nodalpunkt drehen zu können. Je nach Komfort und Geldbeutel gibt es die unterschiedlichsten und abenteuerlichsten Konstruktionen. Eine davon wird weiter unten gezeigt.

Die nebenstehende Skizze soll verdeutlichen, wie man zu seinem Nodalpunkt kommt. Zu beachten ist allerdings, daß jede Kamera und jedes Objektiv (und dessen unterschiedlichen Brennweiten) einen anderen Nodalpunkt hat. Deshalb gilt eine gefundene Einstellung immer nur für die gerade verwendete Ausrüstung. Man sucht sich einen senkrechten nahe stehenden Gegenstand und einen entfernt senkrecht stehenden Gegenstand. Im Sucher der Kamera soll zwischen beiden Objekten ein kleiner Spalt zu sehen sein. Schwenkt man nun die Kamera, egal in welche Richtung, muß dieser Spalt über die gesamte Bildbreite immer gleich bleiben. Sollte das nicht der Fall sein, so muß die Kamera auf dem Adapter entweder nach vorne oder nach hinten so lange verschoben werden bis dieser Idealzustand erreicht ist.

Sicher ist dieser ganze Aufwand bei ein oder zwei Panoramen nicht gerechtfertigt. Ist aber erst mal Spaß an der Sache aufgekommen, wird man durch sauber zusammengesetzte Panoramen, auch durch einfachere Stitcher-Programme, belohnt.

Panoramakopf nach Fritz Seyffert

Im Internet habe ich die unterschiedlichsten Vorschläge für Panoramaköpfe gesehen. Bei vielen Vorschlägen wurden die Aluminiumprofile der Firma "item" verwendet. Das Konzept hat mir gefallen, weshalb auch ich diese Profile eingesetzt habe.

 

Grundelement ist bei mir der Panoramakopf 300N von Manfrotto. Mit ihm können, abhängig von der Brennweite des Objektivs, unterschiedlich viele Aufnahmen gleichmäßig über 360° verteilt gemacht werden. Für mich ist das eine große Hilfe und wesentliche Entlastung bei den Aufnahmen.

Hinzu kommt das oben erwähnte Profilsystem von "item". Die Konstruktion muß einmal die Befestigung der Kamera im Nodalpunkt gewährleisten aber auch das freie Drehen der Kamera um den Nodalpunkt in alle Richtungen ermöglichen.

Die Aufnahme der Kamera mittels Adapterplatte ermöglicht es, in kurzer Zeit unterschiedliche Kameras zu befestigen und auch den Nodalpunkt neu zu justieren.

Nebenstehend ist meine derzeitige Ausrüstung in Aktion zu sehen. Eine Canon 300D mit einem Sigma 15 mm Fisheye-Objektiv. Einige Panoramen auf meiner Homepage sind mit dieser Kamera-Objektiv-Kombination entstanden.

Neuerdings mache ich auch Kugelpanoramen. Die Animation zeigt, wie ich die Kamera dabei einstelle. So benötige ich für eine Kugel mit dem 15 mm Fisheye-Objektiv 22 Aufnahmen.

Für Lebendigkeit mit Menschen in meinen Panoramen setze ich dann entweder ein 8 mm oder ganz neu, ein 10,5 mm Fisheye-Objektiv ein. Da reduziert sich die Anzahl der Aufnahmen auf 6 oder 8 für ein Kugelpanorama. Dann sollten auch durchs Bild laufende Personen kein Problem mehr sein.

 

 

 

 

Nach dem Kauf einer neuen Kamera, Canon 20D, wollte ich auch einen neuen Nodalpunktadapter. Ich habe mich für einen leichten aber trotzdem stabilen Adapter entschieden. Nodal Ninja 3 war für mich die geignete Wahl.

Nun habe ich shon einige Panoramen mit dieser Kombination gemacht un bin nach ie vor sehr zufrieden damit.

Die nebenstehende Abbildung zeigt den Einsatz eines Fisheyeobjektivs 8 mm. Mit 6 horizontalen Aufnahmen ringsum, einer Aufnahme für den Himmel (Zenith) und einer Aufnahme des Bodens (Nadir) lassen sich gute Kugelpanoramen erstellen. Bei der Nadiraufnahme wird das Stativ soweit vom ürsprünglichen Standort gerückt, daß das schräg nach unten zeigende Objektiv eben diesen ürsprünglichen Standort erfassen kann.

 

Für Panoramen mit höherer Auflösung (bessere Qualität) setze ich dann ein Sigma-Objektiv 15 mm ein. Wegen der veränderten Aufnahmesituation sollten möglichst keine beweglichen Objekte (Menschen, Autos usw.) im Bild erscheinen.

Der kleinere Blickwinkel des 15 mm-Objektivs bedingt ein mehr an Einzelaufnahmen. Mit 30° nach oben geneigter Kamera mache ich zunächst 8 Bilder reihum. Dann schwenkt die Kamera nach 30° nach unten. Und erneut werden 8 Aufnahmen reihum gemacht. Abschließend, wie oben, folgen eine Aufnahme für den Himmel und eine Aufnahme für den Boden. Auch hier wird das Stativ, wie oben erklärt, zur Seite gerückt.

 

 

Sehr viel einfacher gestaltet sich ein Nodalpunktadapter, wenn man sich auf eine Kamera und nur ein Objektiv (Festbrennweite) beschränkt.

Dann entfallen z.B. alle Ein- und Verstellmöglichkeiten und das Gerät wird auch viel leichter. Auf einer Wanderung ist solch ein Adapter schnell auf ein Einbeinstativ montiert.

Der Schwenkbereich von einem Bild zum nächsten kann dann nur grob geschätzt werden. Das hat zur Folge, daß meist mehr Aufnahmen gemacht werden müssen als vielleicht notwendig wären. Aber mit Erfahrung klappt das sehr gut.

Die hier montierte Canon 300D läßt sich mit diesem Adapter sowohl hochkant als auch waagerecht für Panoramaaufnahmen einsetzen. Und weil die Aluminiumbleche nicht viel wiegen, kann man die Kamera auch ohne Stativ freihand verwenden, ohne das irgend etwas stören würde.

Bei der Kontruktion ist darauf zu achten, daß Batterie oder Akku und auch das Speichermedium zugänglich bleiben. Nichts ist ärgerlicher, als für solche Handgriffe die ganze Konstruktion auseinanderbauen zu müssen.

Die rechte Stativschraube hat zwei Funktionen. Sie kann für den waagerechten Betrieb auf dem Stativ befestigt werden. Weil sich die Schraube im Nodalpunkt befindet, kann man im Hochkantbetrieb die Kamera auch nach oben und unten schwenken. So können z.B. auch mehrreihige Panoramabilder angefertigt werden. Aber das setzt dann eine geeignete Software voraus.

Auf Anfrage bin ich bereit, die Maße meines Adapters weiterzugeben. Anpassen nach den eigenen Bedürfnissen dürfte dann nicht so schwer sein.

Wer sich das Selberbauen nicht zutraut, kann problemlos zum günstigen Panodapter greifen.