Aufnahmetechnik

So fing alles an, in den späten 70-er und frühen 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das erste Tonbandgerät Grundig TK 14 und ein einfaches Mikrofon waren damals für mich noch ene große Anschaffung und wollte gut überlegt sein. Doch die Mitgliedschaft im Ring der Tonbandfreunde ließ mich schnell erkennen, daß ich in dieses Hobby sehr viel mehr investieren muß, wollte ich mit den Freunden mithalten. Es kam dann eins zum anderen. Verkaufen und neu kaufen und wieder neu dazu kaufen beschäftigte technisch interessierte Menschen damals genau wie heute. Nur bewegten sich die Preise noch in ganz anderen Regionen.Und so kam im Laufe der Zeit ein Gerätepark zusammen, der meinen Ansprüchen genügte. Eine Revox A77, ein Uher Report, ein Uher Mischpult und ca. 10 Mikrofone von Sennheiser und Shure.

So ausgerüstet konnte ich mich an meine ersten Liveaufnahmen wagen, weil ich herausgefunden hatte, daß mir das besonderen Spaß machte und sich auf diesem Gebiet noch nicht viele Freunde tummelten.

Bis Mitte der 90-er Jahre hatte der Kommerz im Amateurbereich noch nicht so um sich gegriffen wie es heute ist und auch der Umgang mit dem Urheberrecht wurde lange nicht so restriktiv gehandhabt. Man mag es sich kaum vorstellen, da wurden Tonbandamateure noch eingeladen, Aufnahmen von Liveveranstaltungen zu machen. Und so ist es kein Wunder, daß ein Großteil meiner Aufnahmen eben aus dieser Zeit stammt.
Mit dem Wechsel von dem Ring der Tonbandfreunde zum Tonbandclub Intertape 77 (siehe Link auf dieser Seite) stiegen auch gleich die Qualitätsansprüche. Der Schwachpunkt meiner Aufnahmetechnik war schnell ausgemacht. Ein neues Mischpult mußte her. Kaufen war zu teuer, und so kam nur ein Eigenbau in Frage. Mikrofonvorverstärker und Klangreglerstufen aus der Revox konnte man damals noch seperat kaufen. Sie bildeten die Bausteine zu meinem Mischpult. 

Und so sah das damals aus. Keine Spur von gedruckten Schaltungen und sonstigem elektronischem Schnickschnack.
Aber aufnahmetechnisch habe ich damals einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Meine Aufnahmen rauschten sehr viel weniger und waren durchsichtig. Jedenfalls mir haben sie viel Spaß gemacht, und auch die Bands oder Gruppen, die ja immer viele Kopien haben wollten, waren sehr zufrieden.

Aber es kam eine Zeit, da reichte auch dieses Qualitätsniveau nicht mehr aus. Weitere Investitionen wollte und konnte ich mir damals nicht leisten. Und so habe ich das schöne Hobby leider einschlafen lassen.

Mit der Minidisc brach eine neue Zeit an. Digitale Tonaufnahmen waren preiswert herzustellen und hatten eine erstaunliche Tonqualität.

Das war mein Ding. Seither mache ich meine Liveaufnahmen mit dem nebenstehenden Minidisc-Recorder von Sharp. Und weil alles digital ist lassen sich die Aufnahmen im Nachhinein am Computer mit der entsprechenden Software relativ einfach nachbearbeiten und schneiden. Das genügt dann zwar noch nicht den Ansprüchen von Profis, aber es ist schon sehr gut und um einiges brillanter als meine früheren analogen Tonaufnahmen.

Zudem ist das Gerät so klein und leicht, daß man es in Hemd- oder Hosentasche verschwinden lassen kann. So ist man eher geneigt, mal wieder eine Aufnahme zu machen, ohne den ganzen Gerätepark von früher mitschleppen zu müssen.

 

Eine weitere Miniaturisierung des Equipments ergab sich mit dem Kauf der Orginalkopf-Mikrofone "OKM II" von Soundman. Kaum zu glauben, wenn man es nicht selbst gehört hat, was diese kleinen Dinger leisten. Ich hoffe, die Hörproben geben einen überzeugenden Eindruck. Frequenzgang und Dymamikumfang sind wirlich gut. Auch gibt es für unterschiedliche Einsatzgebiete und Ansprüche jeweils passende Ausführungen.
Übrigens, eine gute Bezugsquelle, ja fast schon Spezialist, ist der Tonstudiobedarf Bluthard

 

Die ganzen Möglichkeiten mit diesen Mikrofonen erschließen sich aber erst mit dem "Adapter A3", der auf dem nebenstehenden Bild zu sehen ist. Einerseits werden die Elektret-Kondensator-Mikrofone mit Spannung versorgt, andererseits dient er zur Klang- und Pegelverbesserung. Trittschallfilter und Verstärkung lassen sich komfortabel beeinflussen. Es macht einfach Spaß.

Die Entwicklung geht unaufhörlich weiter. So scheint das Ende der Minidisk beinahe schon eingeläutet (2007).
Festspeicher ist angesagt.Und so dachte ich mir, mich auf diesem Gebiet zu versuchen. Nachdem ich von den Soundman-Mikrofonen so begeistert bin habe ich mich für den sehr preisgünstigen Recorder DR2 von Soundman entschieden.Der ist so klein, daß man erst mal die Trageschlaufe montieren muß, um ihn nicht zu verlieren. Aber gerade deshalb ist die Überraschung, was dieses kleine Teil zu bieten hat, um so größer.
Auf die Möglichkeit, Radio zu hören oder MP3 abspielen zu können, will ich hier nicht weiter eingehen.Die Aufnahmemöglichkeiten per Mikrofon sind viel interessanter. Garnicht schlecht und automatisch ausgesteuert macht das eingebaute Monomokrofon den Recorder zum Diktiergerät oder elektronischem Notizbuch. Schließt man hingegen externe Mikrofone an, ist sehr genau auf die Anpassung (Impedanz) zu achten.Und dann stellt sich schnell heraus, daß nicht jedes Mikrofon an den Soundmanrecorder paßt. Optimal sind natürlich die hauseigenen Mikrofone von Soundman geeignet. Die hatte ich ja schon und so konnte ich die ersten Testaufnahmen machen. Unter xyz_demo sind diese oben bei den Hörproben zu hören. (Vogelstimmen, Sprache mit internem Mikrofon, Biergarten ohne und mit Musik, Glockengeläut und eine Interne Radioaufnahme).
Die Bedienung stellt sich jedoch als nicht so ganz einfach heraus wie die Ergebnisse vermuten lassen. Das Display ist bei Tageslicht völlig unbrauchbar, so daß der Recorder unbedienbar bleibt. Im Schatten oder stark abgedeckt beginnt man das Display zu ergründen. Ohne Bedienungsanleitung geht da aber nichts denn intuitiv ist da garnichts. Bei der Wahl des Aufnahmeformates ist wav ist bessere Wahl, es sei denn sehr lange Aufnahmezeiten sind notwendig. Dann wäre mp3 angesagt.
Aber sind diese Hürden erst genommen entdeckt man sogar eine Aussteuerungsanzeige für beide Kanäle. Bei großer Lautstärke läßt sich während der Aufnahme eine Dämpfung von 10 und 20 dB zuschalten oder auch wieder entfernen (sehr nützlich). Mit Aufnahmestop und erneuter Aufnahme erreicht man eine sinnvolle Trennung der Aufnahmen, die automatisch hochgezählt werden.
Nun gibt es zu den Soundman-Mikrofonen auch einen sehr guten Adapter A3. Der übernimmt die Speisespannung für die Mikros. Der Eingang des Recorders arbeitet dann als line-in. Doch hier stimmt die Anpassung noch nicht (August 2007). Laut Aussage der Firma Soundman soll das in Kürze per Software-Update nachgeholt werden, womit dann die ohnehin rauscharmen Aufnahmen noch besser werden sollen.

 


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